Schöne Schuhe

Leichtfüßig zum Sieg – Aufstieg inklusive

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Der vorletzte Spieltag der Bezirksklasse führte uns zu unserem hartnäckigsten Verfolger: Die 3. Mannschaft des OSV 1887 verfügt vor allem über einen großen Pool erfahrener Ersatzspieler, von denen auch diesmal einige zum Einsatz kamen. Unser Team wiederum konnte erstmals in dieser Saison in Bestbesetzung antreten – nicht die schlechteste Voraussetzung für das Spitzenduell der Liga.

Das Match hatte kaum angefangen, als es den ersten Paukenschlag gab. Nach nicht einmal einer halben Stunde war die Partie an Brett 6 bereits beendet. Swantjes Gegner hatte bei seiner Eröffnungswahl (Bird-Eröffnung) die Schwächung einiger schwarzer Felder in Kauf genommen, was nach einem Abwicklungsfehler zu einem Doppelangriff auf König und Turm führte. Mit einer ganzen Schwerfigur weniger ersparte sich das Oberhausener Urgestein Jürgen Cziczkus die Fortsetzung der Partie und gab auf.

Nur wenig später gingen auch an Brett 8 die Lichter aus. Roland hatte seinen deutlich schlechter bewerteten Gegner ohne Anstrengung überspielt und erhöhte nach noch nicht einmal einer Stunde Spielzeit auf 2:0 für den TC.

Etwas ruhiger ging es an den Brettern 4 und 5 zu. Simon (Pöhler) und Simon (Knuf) einigten sich mit ihren Gegnern auf Remis, wobei zumindest die Partie an Brett 4 durchaus umkämpft war. Simon (Pöhler), der tags zuvor schon in der Jugendliga gegen den amtierenden U18-Bezirksmeister remisiert hatte, versuchte zunächst einen vielversprechenden Königsangriff, kam aber nicht zum Abschluss, sondern verlegte sich aufs Endspiel. Auch dieses sah durch einen weit vorgerückten, gedeckten Freibauern nicht so schlecht aus, aber schließlich gab Simon sich mit dem Unentschieden zufrieden. Halbzeitstand nach vier gespielten Partien: 3:1 für Sterkrade.

Mit Entschiedenheit zum Unentschieden: Simon Pöhler

Meine eigene Partie war durch ruhiges Positionsspiel geprägt. Allerdings geriet mein Gegner in eine etwas passive Stellung, was mir ermöglichte, einen gewissen Druck aufzubauen − irgendwann brach die Verteidigung zusammen. Erst fiel ein Bauer, dann eine Figur. Nachdem ich dann in ein leicht gewonnenes Bauernendspiel mit Mehrfigur abgewickelt hatte, gestand mein Gegner seine Niederlage bereitwillig ein. Beim Stand von 4:1 war uns das Mannschaftsremis bereits sicher.

In der Zwischenzeit hatte sich an Brett 7 das Blatt gewendet. Nachdem André zu Beginn seiner Partie zunächst einen leichten Stellungvorteil verbuchen konnte, entglitt ihm die Partie zusehends, Material ging verloren, bis schließlich nichts mehr zu wollen war. Der OSV verkürzte damit auf 4:2 – keimte hier etwa wieder Hoffnung auf?

Dann gab es einen kleinen Aufruhr an Brett 2, naja, sagen wir mal: eine Meinungsverschiedenheit. Hatte Norberts Gegner die Zeitkontrolle nach dem 40. Zug geschafft oder nicht? Unruhe kam auf, Diskussionen wurden geführt, aber schnell glätteten sich die Wogen, und man einigte sich gütlich auf ein Remis, was für unser Team den vorzeitigen Sieg bedeutete.

In der letzten noch laufenden Partie an Brett 1 hatte Joris die Stellung lange kompliziert gehalten und damit das Zeitmanagement des gegnerischen Mannschaftsführers unter Stress gesetzt. Zwar wickelte man in ein remisverdächtiges Bauernendspiel mit ungleichfarbigen Läufern ab, aber die einseitige Zeitnot blieb. Ausgerechnet mit dem letzten Zug vor der Zeitkontrolle unterlief dem Oberhausener dann ein grober Fehler, der Joris einen Freibauern verschaffte, welcher nur noch durch ein Läuferopfer aufgehalten werden konnte. Die technische Umsetzung ersparte man sich, und so punktete Joris zum Endstand von 5,5:2,5.

Der verdiente Sieg war zugleich unser sechster Erfolg im sechsten Spiel. Zwar liegt der letzte Spieltag noch vor uns, aber schon jetzt stehen wir uneinholbar als Bezirksmeister und Aufsteiger in die Verbandsbezirksliga fest. Glückwunsch an ein tolles Team, das mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung den bisher größten Erfolg in der noch jungen Geschichte unseres Schachvereins ermöglicht hat.

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