Die Nachricht vom plötzlichen Tod Bruno Fioris zieht ihre Kreise und Schockwellen. Mit ihm verliert die Oberhausener Schachszene einen ihrer großen Macher – im besten Sinne des Wortes.
Bruno und ich waren keine Freunde. Ich kannte ihn seit meinem Engagement bei Sterkrade-Nord im Jahr 2016, und wenn es in unserem Verhältnis so etwas wie eine konstante Größe gab, dann war es wohl die grundlegende Meinungsverschiedenheit. Ich erinnere mich an zahlreiche Fachschaftssitzungen, in denen wir uns wortwörtlich gegenüberstanden, wenn schon nicht feindselig, so doch als entgegengesetzte Pole.
Das hindert mich nicht daran, seine unglaubliche Leistung für den Schachsport in Oberhausen anzuerkennen. Diese beschränkt sich nicht bloß auf die Gründung von Schwarze Dame Osterfeld im Jahr 1988. Bruno Fiori hat es während der Anfangsphase geschafft, in Osterfeld einen regelrechten Schachboom auszulösen – und er war klug genug, den Verein im schwierigen Übergang in die Moderne neu auszurichten.
Ich verbeuge mich vor einem Menschen, der nicht nur als aktiver Schachspieler Größe zeigte, sondern auch als Visionär der Vereinsarbeit, in die er sich mit Leib und Seele einbrachte. Bruno Fiori war Schwarze Dame Osterfeld. Nun gilt es, sein mutiges Erbe fortzuführen, in Osterfeld und in ganz Oberhausen.
- Das Archivfoto ist den Dokumenten entnommen, die Reinhard Gebauer in akribischer Feinarbeit über Jahrzehnte hinweg zusammengetragen hat – vielen Dank dafür. Fotograf unbekannt.

