Die 3. Runde der Oberhausener Senioren-Stadtmeisterschaft stand ganz im Zeichen der Spitzenpartie zwischen Claus Nissen mit den weißen Figuren und Norbert Raygrotzki, die beide als DWZ-stärkste Spieler des Turniers Ambitionen auf den Gesamtsieg haben. Trotz gleicher Ziele klafft zwischen beiden eine große Lücke, was die nominelle Spielstärke angeht: nach bisheriger DWZ knapp 350 Punkte zugunsten von Claus Nissen, nach neuer DWZ immerhin noch knapp 200 Punkte.

Die Partie begann ungewöhnlich, mit einer seltenen Caro-Kann-Variante, die dann sehr schnell aus dem theoretischen Ruder lief, zu einem frühen Damentausch und im Grunde zu einer fast schon endspielartigen Räumung des Brettes führte. Doch entgegen der Erwartung konnte sich hier nicht der stärkere Spieler entscheidend absetzen. Vielmehr wusste sich Norbert Raygrotzki (im Bild links) mit präzisen Zügen einen zunächst kleinen Vorteil zu erarbeiten, der sich Schritt für Schritt zu einem deutlichen Vorteil entwickelte.
In dieser Endphase des Spiels mit gleichfarbigen Läufern und zwei Bauern für Schwarz war dann höchste Genauigkeit zur Umwandlung des Vorteils in einen Sieg nötig. Hier fehlten Norbert vielleicht entscheidende Minuten auf der Uhr. Denoch gelang es ihm trotz schwieriger Stellung, seinen Vorteil zu erhalten. Erst ganz am Schluss gestand er sich ein, den Gewinnweg nicht zu finden, und wickelte ins einfache Remis ab – schade, da war für den Titelverteidiger sicherlich mehr drin.
Die Punkteteilung in dieser spannenden Spitzenbegegnung konnte Reinhard Gebauer fast unbemerkt für sich ausnutzen. Mit seinem dritten Sieg im dritten Spiel schob er sich an die Tabellenspitze und trifft nun in der nächsten Runde auf Norbert Raygrotzki.
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