Claus Nissen

2. Runde der Seniorenmeisterschaft

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Die 2. Runde der Seniorenmeisterschaft begann vor allem damit, dass der Titelverteidiger Norbert Raygrotzki beim Anpfiff nicht vor Ort war. Als ich mich nach einigen Minuten dazu entschloss, ihn doch mal anzurufen, stellte sich heraus, dass er den Termin komplett verschlafen hatte. Mit Mühe und Not schaffte er es dann noch mit einer halben Stunde Verspätung ans Brett. Offensichtlich steigt mit zunehmendem Alter der Teilnehmer auch der Betreuungsaufwand.

Die eigentliche Partie zwischen Raygrotzki und Ulrich Broens verlief sehr kurzweilig, da Uli entschlossen war, alles auf eine Karte zu setzen, nämlich auf bedingungslosen Angriff am Königsflügel. Wie sich zeigte, war es die falsche Karte, der Schuss ging nach hinten los und führte schließlich zum schnellen Verlust der Dame und der Partie.

Egbert Bartel bei seinem ersten Auftritt

An den anderen Brettern ging es etwas gesitteter zu, und es war größtenteils eng umkämpft. Egbert Bartel, der die 1. Runde wegen mangelnder Busverbindung verpasst hatte, zeigte bei seinem Einstand gegen Stefan Marks eine gute Leistung, konnte allerdings ein paar Flüchtigkeitsfehler nicht vermeiden – da fehlt dem vereinslosen Neuling eben noch ein wenig Spielroutine. Von dieser brachte Stefan Marks genügend mit, um die Partie für sich zu entscheiden.

Daneben an Brett 7 lieferten sich Ursula Kosslowski und Axel Rüther ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem keiner der beiden einen entscheidenden Vorteil für sich verbuchen konnte. Die finale Punkteteilung ging somit völlig in Ordnung.

Unentschieden endete auch die Partie zwischen Alfred Oberst und Randolf Briese, obwohl das Endspiel mit zwei Leichtfiguren gegen einen Turm leicht vorteilhaft für Randolf aussah. Der fand jedoch keinen Gewinnweg, sodass man sich friedlich trennte.

Andreas Hoffmann zeigte gegen den nominell fast 500 DWZ-Punkte stärkeren Reinhard Gebauer eine sehr solide Leistung. In einer französischen Abtauschvariante musste Reinhard geduldig kleine Vorteile sammeln, bis sich daraus eine Gewinnstellung ergab, die er dann bravourös mit unabwendbarem Matt vollendete.

Peter Segat

Jürgen Schultz startete seine Partie gegen Peter Segat mit großem Quatsch und entsprechendem Materialverlust. Aber wie das eben so mit Stehaufmännchen ist, schaffte er es auf wundersame Weise, aus einer aufgabereifen eine halbwegs spielbare Stellung zu zaubern – nicht ganz ohne Schützenhilfe von Peter, der sich konsequent weigerte, den Sack zuzumachen. Stattdessen landete man in einem komplizierten Turmendspiel mit letztlich nur noch einem Mehrbauern, aus dem bei bestem Spiel von Jürgen sogar noch ein Remis hätte werden können. Doch irgendwie – der genaue Tathergang entzieht sich meiner Kenntnis – gelang es Peter doch noch, den vollen Punkt auf sein Konto zu buchen. Eine völlig dubiose Partie, die aber durchaus Spaß gemacht hat.

Bleibt noch das 1. Brett mit der Partie zwischen Walter Klamet und Claus Nissen (großes Foto oben). Ich weiß nicht, ob Walters Entscheidung, gegen den mit Abstand stärksten Teilnehmer im Feld die Orang-Utan-Eröffnung zu wählen, von Weisheit oder Verzweiflung getrieben war. Zumindest machte er sich das Leben damit nicht wirklich leichter. Claus erreichte bequemes Figurenspiel und wandelte dies im Zuge geschickter Abwicklungen in einen materiellen Vorteil um. Ins Endspiel ging er dann mit einer Mehrfigur, aber Walter gab sich keineswegs geschlagen und wehrte sich zäh. Erst als ein weiterer Figurenverlust nicht mehr zu vermeiden war, gab er sich geschlagen.

Die 3. Runde findet am 29. Juli ab 17.30 Uhr statt – hoffentlich in Anwesenheit sämtlicher Teilnehmer. Die Paarungen findet ihr hier.

Ergebnisse Runde 2

Spieltag: 22. Juli 2026
BrettTeilnehmerPunkteTeilnehmerPunkteErgebnis
1Klamet, Walter(1)Nissen, Claus(1)0 – 1
2Raygrotzki, Norbert(1)Broens, Ulrich(1)1 – 0
3Hoffmann, Andreas(1)Gebauer, Reinhard(1)0 – 1
4Oberst, Alfred(1)Briese, Randolf(0)½ – ½
5Segat, Peter(0)Schultz, Jürgen(0)1 – 0
6Bartel, Egbert(0)Marks, Stefan(0)0 – 1
7Kosslowski, Ursula(0)Rüther, Axel(0)½ – ½