Elisabeth Buhren

Verbandsmeisterschaft in Schwelm

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Eine offizielle Meisterschaft der Schachjugend Ruhrgebiet in Schwelm? Hamm als Austragungsort im letzten Jahr war schon eine Herausforderung. Die älteren Jahrgänge U12-U18 durften ihr Turnier Anfang des Jahres mit Übernachtung ausnahmsweise in Kranenburg am Niederrheon austragen. Aber nun bestätigte sich der Trend, eine zentrale Veranstaltung für den Nachwuchs des Schachverbands in völlig abgelegene Außenbezirke zu verlegen. Ich frage mich durchaus, nach welchen Kriterien die Veranstaltungen überhaupt vergeben werden.

Der Nachwuchs aus den Altersklassen U8, U8w, U10, U10w und U12w sollte sich diesmal also in Schwelm bei Wuppertal treffen. Zumindest viele Oberhausener Schachkinder scheint das von einer Teilnahme abgehalten zu haben. Unter den gut 80 Teilnehmern sind mir keine bekannten Gesichter oder Namen aufgefallen; deshalb gehe ich davon aus, dass unsere drei Mädchen die einzigen Oberhausenerinnen waren – erstaunlich, wenn man bedenkt, dass es hier immerhin um die Qualifikation für die NRW-Meisterschaft ging.

Die Anzahl weiblicher Teilnehmerinnen insgesamt blieb ohnehin überschaubar. Die U8w spielte ein separates Behelfsturnier mit 4-5 Teilnehmerinnen im Kindergartenalter. Die U10w wurde mit der U12w zu einem Feld von 16 Starterinnen zusammengelegt. Hier starteten Hanna und Elisabeth (beide U10w) sowie Josephina (U12w). Angesetzt waren neun Runden – etwas viel für die Teilnehmerzahl.

Elisabeth, Josephina und Hannah
Elisabeth, Josephina und Hanna (von links)

Elisabeth erwischte einen klassischen Fehlstart: drei Niederlagen aus den ersten drei Spielen. Das ist frustierend, aber zum Glück ließ sie sich nicht entmutigen und holte aus den verbleibenden sechs Partien stolze 5 Punkte, was zu Platz 6 im Gesamtklassement reichte.

Bei Hanna lief es zumindest anfangs besser. Zwar startete sie mit einer Niederlage, sammelte danach aber regelmäßig Punkte und kam am Ende auf 4 Punkte und Platz 10. Das ist sehr gut, wenn man bedenkt, dass sie erst vor etwas über einem halben Jahr mit Schach angefangen hat.

Josephina startete solide, zeigte dann aber zunehmend Ermüdungserscheinungen, sodass es insgesamt nur für 2 Punkte und Platz 15 reichte.

Was das spielerische Niveau angeht, so gibt es bei allen noch viel Luft nach oben. Gerade den beiden Achtjährigen hat man in entscheidenden Situationen ein großes Maß an Nervosität angemerkt – da trat dann alles Wissen, womit sie im Training oft glänzen, in den Hintergrund.

Umso erfreulicher, dass Elisabeth als Dritte ihrer Altersklasse sich für die NRW-Meisterschaft qualifiziert hat, und das vollkommen verdient. Zwar profitierte sie in den letzten zwei Runden vom Auslosungsglück (9 Runden bei 16 Starterinnen begünstigen zum Ende hin das Zufallsprinzip), aber schließlich hat sie als einzige Spielerin ohne DWZ 5 Punkte erzielt und dabei deutlich stärker einzuschätzende Spielerinnen hinter sich gelassen.

Mit einer kleinen Hiobsbotschaft schließt sich dann aber der Kreis zum Anfang des Berichts. Die NRW-Meisterschaft der U10 und U10w findet in diesem Jahr in Gütersloh statt. Sie ist auf vier Tage angesetzt, ein betreutes Übernachtungsangebot (Jugendherberge) ist nicht vorgesehen. Ich kenne die organisatorischen Hintergründe und Überlegungen der Schachjugend NRW nicht, aber diese Ausschreibung hinterlässt angesichts der damit verbundenen finanziellen und zeitlichen Belastung für die Eltern gemischte Gefühle.